REISETIPS

Fettnäpfchen in Japan – die besten Tipps, Teil 2

Hier Teil 2 zum wunderbaren, aber seltsamen Reiseland Japan mit den Tipps 7-12. Somit seid ihr mit einem Dutzend Tipps gut gerüstet.

 

7) Schrubben vor dem Bad

Japaner lieben es, in heißen Quellen (Onsen) zu baden. Diese sind manchmal Hotels angeschlossen und im Regelfall nach Frauen und Männern getrennt. Der Japanologe Dominik Puszicha, der in Japan lebt und mit einer Japanerin verheiratet ist, beugt Missverständnissen bei der Benutzung eines Onsen vor: „Man reinigt sich nicht mit dem heißen Wasser, in das man reingeht, sondern man macht sich vorher komplett sauber. Also mit Duschgel, Shampoo, Conditioner.“ Dazu stehen nach der Umkleide im Vorbereich der Becken Schemel bereit, auf die man sich setzen kann, oder Wassereimer, die kann man volllaufen lässt und über den Kopf schüttet. „Erst wenn man komplett sauber ist, geht man vollständig nackt ins Onsen selber“, beschließt Puszicha seine Gebrauchsanweisung. Das kleine Handtuch, das Japaner mitnehmen und zuweilen auf dem Kopf zwischenlagern, dient nicht zum Abtrocknen, sondern dazu, zwischendurch den Schweiß abzutupfen.

 

8) Tattoos abdecken

Wer Tattoos trägt, ist weder in einem Onsen noch in einem gewöhnlichen Hotelpool gerne gesehen. „Einige Onsen verbieten den Zugang komplett, bei anderen muss man die Tattoos mit Pflastern oder Verbänden abdecken, damit sie nicht zu sehen sind“, so Japan-Experte Puszicha. Die Ablehnung von Tätowierungen erklärt sich durch Assoziationen zum Milieu der japanischen Mafia (Yakuza). „Die haben öfter den Körper tätowiert, da will man andere Badegäste nicht einschüchtern“, erklärt Puszicha.

Parque Okayama
Japan bezaubert, so wie hier im Park Korakuen in Okayama

9) Nicht die Nase putzen

Erkältung hin oder her: In der Öffentlichkeit herzhaft ins Taschentuch zu schnäuzen, gilt als ungehörig. Japaner unterdrücken es, auf diese Art ihre Mitmenschen zu stören. Statt „Alles muss raus“ heißt es „Alles muss zurück“, also: Man zieht den Rotz dezent wieder hoch.

10) Nicht aufbrausen

Wer laut wird, verliert sein Gesicht. Manchmal hängen die Probleme an Sprachbarrieren, denn längst nicht alle Japaner verstehen Englisch. Wer versucht, Ungereimtheiten wegzulächeln, hat schon gewonnen und verschafft sich ein Plus an Respekt.

11) Wohin mit dem Müll?

Ob Chipstüte, Coladose oder Bananenschale: In Japan gerät es zur Herausforderung, sich der Abfälle zu entledigen. Öffentliche Mülleimer fehlen meist. Trotzdem ist alles sauber, selbst in Großstädten wie in Tokio. Japankenner Puszicha sagt: „Durch aufgestellte Mülleimer würde der Müll eher zunehmen.“ Japaner sind so sozialisiert, dass sie den eigenen Müll mit nach Hause nehmen. Die Tipps von Puszicha: „Man sollte immer Tüten für den Müll dabei haben. In kleinen Supermärkten wie Lawson’s kann man die meist entsorgen.“ Ansonsten gilt: Ab damit in die Unterkunft.

12) Vorsicht mit Stäbchen

Der Gebrauch von Ess-Stäbchen erfordert für jene, die sonst an Besteck gewohnt sind, eine gewisse Praxis. Eine Mahlzeit kann zur Gedulds- und Geschicklichkeitsprobe ausarten. Das Schlimmste, was man mit Stäbchen machen kann, ist, sie senkrecht ins Essen, vor allem Reis, zu stecken. Das weckt Erinnerungen an ein buddhistisches Totenritual.

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Sopa sorbida
Die Geräuschentwicklung ist ganz unterschiedlich – diese Nudelsuppe wird gleich geschlürft