REISETIPS
Oldtimer im Baskenland – eines der besten Automuseen der Welt
Städte wie Bilbao und San Sebastián, Strände, Berge, eine Gastronomie erster Güte – dafür ist das spanische Baskenland bekannt. Doch wer würde dort eines der besten Automuseen der Welt vermuten?
Die Anfahrt ab Bilbao führt durch tiefes baskisches Hinterland. Eine Welt aus Wiesen, Wäldern, Viehweiden, Dörfern, einsamen Landgütern. Auf schmalen, kurvigen Sträßchen zwängen sich nur mit größter Mühe zwei Autos aneinander vorbei. In dieser Umgebung soll tatsächlich eines der besten Automuseen der Welt liegen? Ja. Torre Loizaga, so ist es ausgewiesen. Der Kern, eine restaurierte Festungsanlage aus dem Spätmittelalter, gibt den Rahmen für das „Museum der klassischen und alten Autos“ ab, wie es offiziell heißt. Damit kutschierte einst die internationale Elite herum: in Zeiten, in denen die Straßen noch nicht überlastet waren. Die Herzen von Liebhabern alter Luxuskarossen schlagen höher. Doch selbst wer sich nicht für Oldtimer interessiert, dürfte begeistert sein. Gewöhnlich kann man alles in Ruhe und ohne Gedränge betrachten.
Sammlung in sechs Hallen
Hinter der Sammlung steckt die Familie des Unternehmers Miguel de la Vía, die durch Steinbrüche steinreich wurde. Das Geld steckte sie leidenschaftlich gerne in historische Automobile, vor allem der Marke Rolls-Royce.
Die vorbildlich präsentierte Kollektion verteilt sich auf sechs Hallen, darunter auf dem Gelände der Burg. Jedes Auto hat seine Geschichte, ist beschriftet und auf Hochglanz poliert worden. Lichter setzen die wertvollen Vehikel in Szene. Zwischen den Hallen erstreckt sich ein Park mit Oliven, Zypressen, Rosen, Eichen. Vögel zwitschern. Aus der Ferne hört man Hundegebell und das Gebimmel von Schafglocken.
Modell von 1898
Im Museum spaziert ihr durch die Geschichte der Automobile und ihrer Designs. Ein erstes Highlight ist ein Peugeot aus dem Jahre 1903 mit einer gepolsterten Bank und Rundscheinwerfern wie schielenden Augen. Weitere Höhepunkte: ein Ford-T von 1911 mit seinem typisch langen Lenkrad und ein Modell der italienischen Marke Isotta Fraschini von 1925. Das älteste Stück der Sammlung wurde 1898 in den USA gebaut: ein Allen Runabout, den vormals der britische Formel-1-Rennfahrer Sir Stirling Moss besaß. Es handelte sich um eine Kutsche mit Kettenantrieb an den Hinterrädern. Damit war man gemütlich mit maximal 20 km/h unterwegs – und es gab nur eine einzige Handbremse.









Lenkrad aus Elfenbein
Das Museum (http://torreloizaga.com) liegt etwa 30 Kilometer westlich von Bilbao in der Gemeinde Galdames. Es hat nur sonn- und feiertags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Die übrige Zeit ist geschlossen, es sei denn, es meldet sich eine Gruppe für den Privatbesuch an. Ansonsten ist eine
Praktische Hinweise
Rolls-Royce-Modelle sind quer durch die Epochen vertreten, ebenso Liebhaberstücke wie ein Lamborghini, der eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h erreichte. Baujahr 1964 war ein roter Straßenkreuzer aus Deutschland: ein Mercedes Benz 280 SL Pagoda. Eine über hundertjährige Geschichte hat die „Silver Ghost“-Limousine auf dem Buckel: mit einem Lenkrad aus Elfenbein und einer Messinghupe in Form einer Boa.
Reservierung nicht nötig
Fotos sind erlaubt, doch Anfassen ist verboten. Da dürften sich eingefleischte Autofans schwer zurückhalten müssen, um nicht einmal vorsichtig mit der Hand über den Lack, die Weißwandreifen oder extravagante Hupen zu fahren.
Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann könnte dich auch das interessieren: Bilbao beste Aussicht – Traveller 50 plus

