REPORTAGE

Hongkong – 10 Highlights, die man nicht verpassen sollte

Hongkong gilt als eine der faszinierendsten Metropolen Asiens. Doch es gibt nicht nur Hochhauskulissen, sondern erstaunlich viel Grün. Beste Reisemonate: Oktober bis April. Wir stellen euch 10 Highlights vor.

Der beste Aussichts-Spot

Hong Kong Island ist die wichtigste Insel im Archipel, überragt vom 552 Meter hohen Peak. Hinauf geht es mit der „Peak Tram“ oder im Taxi. Dort bietet sich das beste Panorama über weite Teile der Megacity. Unser Tipp: Ab der Bergstation der „Peak Tram“, die allerdings nicht auf der obersten Spitze des „Peak“ liegt, folgt ihr der Lugard Road. Diese „Road“ ist keine Straße, sondern ein breiter Fußweg, der von teils dichter Vegetation gesäumt ist. Bereits hier merkt ihr, welch grüne Seiten Homgkong hat. Die besten Aussichten kommen nach etwa 15 bis 20 Gehminuten. Zu euren Füßen breiten sich ineinander gestaffelte Hochhausmassen so aus, als hätten Riesen mit Steckspielen gebastelt. Ins Panorama mischen sich Wasserstraßen, Containerterminals, die Bergsilhouetten in der Ferne. Traumhaft sind die Ausblicke bei Sonnenuntergang. Der Weg zurück bei Dunkelheit bis zur „Peak Tram“ ist kein Problem und gut ausgeleuchtet. Hongkong ist sicher.

Der Tempel Man Mo

Das historische Herz auf Hong Kong Island ist der Bereich „Central“. Dort verläuft die geschäftige Hollywood Road, Hongkongs erste Straße nach der Anlandung der Briten 1841. Wenige Jahre darauf entstand dort der taoistische Tempel Man Mo. Er ist Man, dem Gott der Literatur, und Mo, dem Gott des Krieges, gewidmet.

Es gibt keine religiösen Schranken. Ihr dürft problemlos in den Tempel hinein. Drinnen dampfen massenhaft Räucherspiralen und Räucherstäbchen. Gläubige hinterlassen Schleifen mit Wünschen und vielfältige Gaben: Äpfel, Orangen, Mandarinen, Bananen.

Casas sobre pilotes
Stelzenhäuser im Fischerdorf Tai O auf Lantau

Oase im Großstadtdschungel

Der Hong Kong Park im Bereich „Central“ sticht als Oase im Großstadtdschungel hervor, gelegen unweit der Talstation der „Peak Tram“. Hier findet ihr stille Winkel, atmet Frische. Bestimmend ist das Element Wasser. Teiche verströmen Ruhe. Hier könnt ihr neue Kräfte für Entdeckungen sammeln.

Das alte Gefängnis

Wer ein Zeugnis britischer Kolonialarchitektur sucht, besucht in „Central“ den alten Victoria-Gefängniskomplex. Der restaurierte Zellentrakt steht kostenlos offen. Dort saß vorübergehend der vietnamesische Revolutionär Ho Chi Minh (1890-1969) ein.

Danach könnt ihr euch auf dem einstigen Paradeplatz des Gefängnisses auf den Terrassen von Restaurants niederlassen, darunter vom „Lockcha Tea House”. Auf der Karte stehen vegetarische Dim Sum-Gerichte und zahlreiche Tees. Wundert euch nicht über die gehobenen Preise. Jeder Quadratmeter in Hongkong ist Gold wert. Das wird auf jeden Tee und jedes Bier umlegt. Andernorts ist es zum Glück günstiger.

Der schönste Fischerhafen

Einfach die Fähren nehmen, so wie die Einheimischen – erst das sorgt für ein echtes Hongkong-Feeling. Außerdem sind Fähren, ebenso wie die Straßenbahnen, sehr preisgünstig.

Nehmt ab der Fährstation Central eine Verbindung auf das Inselchen Cheung Chau. Dort erwartet euch Hongkongs schönster Fischerhafen mit einer Vielzahl bunter Bötchen.

Langer Sandstrand als Zugabe

Bleiben wir noch auf Cheung Chau, wo die Wege kurz sind. Die Insel misst lediglich 2,5 Quadratkilometer. Nach einem kurzen Spaziergang vom Hafen auf die andere Inselseite erreicht ihr einen langen Sandstrand, die Tung Wan Beach.

Vermeidet nach Möglichkeit die Wochenenden, denn dann ist Cheung Chau ein populäres Ziel der Großstädter.

 

Buddhistische Spuren

Die riesige Insel Lantau ist weit auseinander gerissen, auch von den Besuchszielen her. Doch zwei besondere Ziele liegen nicht weit voneinander entfernt: der „Große Buddha“ und das Kloster Kloster Po Lin.

Der „Große Buddha“ verlangt nach etwas Kondition. 250 Stufen führen hinauf bis zur Plattform unterhalb der modernen Megaplastik, die sich aus 202 Bronzestücken zusammensetzt. Die Skulptur, auch Tian Tan-Buddha genannt, sitzt über einem dreistufigen Sockel auf einem Lotusthron und blickt über die grünen Höhenzüge Lantaus.

Das Kloster Po Lin hat seinen Ursprung im Jahr 1924. Draußen entzünden Gläubige übermannshohe Räuchergaben. Drinnen führt der Weg zu drei Buddhas hinter Glas und zur „Großen Halle der 10.000 Buddhas“; die gewaltige Zahl erklärt sich durch winzige Wanddekorationen voller Buddhas.

Fischerdorf Tai O

Gegenpol auf Lantau ist das traditionelle Fischerdorf Tai O. Ein größerer Kontrast zu Hongkongs Hochhauskulissen ist kaum denkbar. Viele Menschen leben in einfachsten Verhältnissen in Stelzenhäusern an Kanälen. Hauptfortbewegungsmittel sind Boote, Fahrräder und Lastenkarren.

Etwas außerhalb liegt der taoistische Tempel Yeung Hau mit bemerkenswerten Holzschnitzereien.

 

Die östlichste Insel

Tung Ping Chau – so heißt die östliche Insel im Archipel, abgeschieden im Bezirks der „New Territories“. Ab der Ma Liu Shui Ferry Pier dauert die Überfahrt zwei Stunden, doch das ist nur an Wochenenden möglich. Ab dem Anleger startet ein etwa sieben Kilometer langer Inselrundwanderweg. Unterwegs kommt ihr zu einem Tempel für die Fischer- und Meeresgöttin Tin Hau, durch Bambushaine und zu fantastischen Felsgebilden an der Küste. Tung Ping Chau ist fahrzeugfrei, bekannt für ihre geologischen Wunder und die Vielfalt an Schmetterlingen.

 

Seekajak- und Bootstouren

Im Osten der „New Territories“ liegt der Hafenort Sai Kung, zu dem ihr am schnellsten im Taxi kommt (faire Preise). Das „Sai Kung Sha Ha Water Sports Centre“ bietet Kombinationen von Boots- und Seekajaktouren durch die Inselwelt an, darunter zu den Felsbögen von Bluff Island und Tiu Chung.

Wer sich ein Seekajak ausleiht, paddelt hinüber zum Sharp Island – und kann in der Einsamkeit kaum glauben, dass dies alles noch zur Megacity Hongkong gehören soll.

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Massige Räuchergaben vor dem buddhistischen Kloster Po Lin auf Lantau