REISETIPS
Citytrip Porto – 10 Highlights
Portwein in Porto – na klar. Das ist aber nur der Anfang in Portugals zweitgrößter Stadt, die sich längst aus dem Schatten von Lissabon gelöst hat. Hier 10 Highlights für euren Citytrip.
Portweinlager
Es riecht holzig, süß, intensiv. Wer ein Portweinlager besucht, wird schon beim Eintritt von Aromen umspült. Später geht ihr zwischen endlos scheinenden Fässerreihen durch. Fixpunkte im Basiswissen des Portweinvokabulars sind Ruby und Tawny. Der Ruby reift vorrangig in der Flasche, der Tawny im Fass. Beide sind Verschnitte verschiedener Jahrgänge von Roten.
Kein Besuch wäre komplett ohne die Kostprobe am Ende. Die Kellereien liegen auf der anderen Flussseite des Douro in Vila Nova de Gaia.
Port Tonic
Es muss nicht immer Portwein sein. Probiert mal einen Port-Tonic. Das ist weißer Port mit Tonic Water und Eiswürfeln – frisch und spritzig.
WOW
WOW steht als Abkürzung für „World of Wine“, einen avantgardistischen Gastro- und Museumskomplex in Vila Nova de Gaia. Unter den Museen sind das Korkmuseum „Planet Cork“ und die „Bridge Collection“ am besten.
Im „Planet Cork“ führen Schautafeln und Exponate die vielfältige Nutzung von Kork vor Augen: ob als Dämmmaterial, bei Sportgeräten oder modischen Korkledertaschen. In der „Bridge Collection“ spaziert ihr durch neun Jahrtausende Trinkkultur und an Vitrinen mit 2000 Exponaten längs. Der weltweit erste Wein, erfährt man, stammte aus China, gefolgt von Georgien und dem Iran.
Zusatztipp: Das Museum „Pink Palace“ dreht sich um Roséwein. Ein Cadillac und ein Bällebad in Barbie-Pink sind beliebte Instagram-Spots. Die Tastings fallen allerdings nicht besonders üppig aus.
Schwebeflug in der Seilbahn
Bleibt noch in Vila Nova de Gaia. Dort startet die Seilbahn „Teleférico de Gaia“ zu einem Schwebeflug. Genießt die Traumblicke auf Porto, den glitzernden Douro, die Ziegeldächer, die heiligen Hallen der Portweinlager. Entspannender kann Sightseeing in Breitwandformat nicht sein.
Bootstour
Etwas abgedroschen? Vielleicht. Doch eine 50minütige Bootstour auf dem Douro ist und bleibt ein Klassiker. Ihr schippert unter mehreren Brücken durch. Kleine Pflanzenteppiche treiben stromabwärts. Möwen kreischen. Kormorane flattern übers Wasser. Am schönsten ist der Blick auf die Altstadt, die sich wie ein buntes Legospiel aufstaffelt.
Kachelkunst im Bahnhof
Schmuckkacheln, Azulejos, sind Portugals stille Wahrzeichen. Sie zieren Paläste, Klöster, Innenhöfe, Brunnen, Treppen, Häuser – und die Vorhalle von Portos Bahnhof São Bento. Dort erreicht die Kachelkunst ungewöhnliche Dimensionen: monumental und fast bis zur Decke. Historische und volkstümliche Szenen blättern sich wie Bilderbücher auf. Eine kostenlose Station nicht nur für Zugreisende.










Sturzflut aus Blattgold
Nichts war zu teuer, um die gotische Igreja de São Francisco, die Kirche der Franziskaner, im Barockstil umzugestalten. Die Holzschnitzereien bekamen Überzüge aus 500 Kilogramm Blattgold. Die schnörkelreiche Pracht erschlägt, darf aber auch kritisch betrachtet werden. Denn die Herkunft des Materials beruhte auf Ausbeutung. Das Gold stammte nicht aus Portugal, sondern aus der damaligen Kolonie Brasilien.
Museum Serralves
Ein Kontrast der Moderne: das Museum Serralves, etwas außerhalb gelegen. Dort trieb Portugals Stararchitekt Álvaro Siza seine Wechselspiele aus langen Gängen, Sälen, Fenstern ins Grün, Symmetrien und Asymmetrien auf die Spitze: als Rahmen für temporäre Kunstausstellungen. Die weitläufigen Gärten sind dauerhaft mit Skulpturen bestückt, darunter von Richard Serra und Claes Oldenburg.
Die Buchhandlung Lello
Eine Buchhandlung, die Eintritt kostet, hat Seltenheitswert – doch bei „Lello“ wird der Preis beim Kauf eines Buches verrechnet. Ob es die „Livraria Lello“ verdient, „Schönster Buchladen der Welt“ genannt zu werden, muss jeder selbst beurteilen. Fest steht: Bis heute bestimmt die Eleganz vom Beginn des 20. Jahrhunderts das Interieur. Herzstück ist die geschwungene Treppe mit ihren floralen Reliefs. Dahinter steckt eine geniale Täuschung. Man denkt, das sei alles Holz. Dabei ist es bemalter Gips, der Holz imitiert. Stilvoll sind auch die Hängelaternen und Geländer auf der Empore.
Kirchturm mit Ausblick
Unweit von „Lello“ erreicht ihr das letzte Highlight: den Torre dos Clérigos. 75 Meter steigt der Barockturm auf und gleicht einem Wächter über der Stadt. Nach dem Aufstieg über 143 Stufen werdet ihr mit einem fantastischen Panorama belohnt.
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