REISETIPPS
Buenos Aires, donnerstags, 15.30 Uhr
Im Herzen von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires ist dies seit Jahrzehnten ein fester Termin auf der Plaza de Mayo: Donnerstags um 15.30 Uhr startet ein Protestzug der „Mütter der Plaza de Mayo“.
Es war eine der mutigsten Menschenrechts- und Bürgerbewegungen der Welt, die 1977 mitten in der argentinischen Militärdiktatur entstand: die „Mütter der Plaza de Mayo“ (Madres de la Plaza de Mayo). Den Ausschlag gaben die „verschwundenen“ Kinder der Mütter: junge Männer und Frauen, die das Regime zu tausenden als politische Gegner einstufte. Heimlich und gewaltsam wurden sie aus dem Weg geschafft. Von vielen fand man nie wieder eine Spur. Verschleppt, gefoltert, getötet. Es war eines der bittersten Kapitel der Geschichte des Landes.
Friedliche Protestmärsche
Das brutale Unrecht prangerten die Mütter vor den Augen der Weltöffentlichkeit an. Sie wollten ihre Kinder zurück, deren Schicksale sie nicht mehr zur Ruhe kommen ließen. Sie wollten die Drahtzieher der gravierenden Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung ziehen. Für ihre friedlichen Protestmärsche wählten die starken, unerschütterlichen Frauen den wichtigsten Platz im Herzen des historischen Buenos Aires: die Plaza de Mayo. Ihre Erkennungszeichen waren weiße Kopftücher. Ganz zu Beginn waren es nur vierzehn Mütter, doch ihre Zahl wuchs ständig an.
Weiter Platz mit Pyramide
Die Plaza de Mayo ist ein weiter, teils begrünter Platz, um den sich wichtige Gebäude wie die Kathedrale und das historische Rathaus, Cabildo, legen. In der Mitte erinnert die von einer Freiheitsfigur gekrönte Mai-Pyramide, Pirámide de Mayo, an die Revolution im Mai des Jahres 1810. Dies war Argentiniens erster Schritt auf dem Weg in die Unabhängigkeit von Spanien. Dahinter standen couragierte Männer.
In Sichtweite der Pyramide und der Märsche der Mütter liegt das sogenannte Rosa Haus, Casa Rosada, der präsidiale Sitz Argentiniens. Insofern bekommt alles, was sich vor dem Sitz des Staatschefs abspielt, umso größeres Gewicht und lässt sich nicht ignorieren.
Kommt man zu anderen Stunden auf den Platz, herrscht ein buntes Treiben, ein ständiges Hin und Her. Mobile Händler wieseln herum, Touristen, Einheimische.
In Sichtweite der Pyramide und der Märsche der Mütter liegt das sogenannte Rosa Haus, Casa Rosada, der präsidiale Sitz Argentiniens. Insofern bekommt alles, was sich vor dem Sitz des Staatschefs abspielt, umso größeres Gewicht und lässt sich nicht ignorieren.
Mehrere Male um die Pyramide
Die Organisation der Mütter trägt unverändert ihren ursprünglichen Namen, obgleich die Rollen mittlerweile an Großmütter, anderweitige Nachkommen und Sympathisanten weitergegeben worden sind. Pünktlich donnerstags um 15.30 Uhr setzt sich der Protest- und Gedenkmarsch in Bewegung und umkreist mehrere Male die Mai-Pyramide. Nach höchstens einer halben Stunde ist das Ganze vorbei – bis zum nächsten Donnerstag. Die Protestmärsche werden fortlaufend gezählt.
Kommt man zu anderen Stunden auf den Platz, herrscht ein buntes Treiben, ein ständiges Hin und Her. Mobile Händler wieseln herum, Touristen, Einheimische.
Im hauseigenen Labor durchlaufen Wasser und Erfrischungsdrinks täglich strenge Kontrollen. Obgleich die Qualität hoch und das Preisniveau fair ist, ist der Absatz der Produkte kein Selbstläufer. „Es ist ein hartes Geschäft“, urteilt Schmitt und verweist auf die Konkurrenz aus Discountern und Wassersprudlern.








Mehrere Male um die Pyramide
Die Organisation der Mütter trägt unverändert ihren ursprünglichen Namen, obgleich die Rollen mittlerweile an Großmütter, anderweitige Nachkommen und Sympathisanten weitergegeben worden sind. Pünktlich donnerstags um 15.30 Uhr setzt sich der Protest- und Gedenkmarsch in Bewegung und umkreist mehrere Male die Mai-Pyramide. Nach höchstens einer halben Stunde ist das Ganze vorbei – bis zum nächsten Donnerstag. Die Protestmärsche werden fortlaufend gezählt.
Kommt man zu anderen Stunden auf den Platz, herrscht ein buntes Treiben, ein ständiges Hin und Her. Mobile Händler wieseln herum, Touristen, Einheimische.
Kommt man zu anderen Stunden auf den Platz, herrscht ein buntes Treiben, ein ständiges Hin und Her. Mobile Händler wieseln herum, Touristen, Einheimische.
Gelder für die Organisation
Der traditionelle Zug der „Mütter der Plaza de Mayo“ geht gelegentlich Hand in Hand mit anderen Demonstrationen gegen soziale Schieflagen, für das Recht auf Arbeit.
Für ihr Engagement sind die Mütter mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden. Auf der Plaza de Mayo ist ihnen auf einem Wiesenstück ein Mosaik mit dem Kopftuch gewidmet.
Donnerstags rund um den Marsch ist die Vereinigung der Mütter auf dem Platz mit einem Zeltstand vertreten, wo es Bücher gibt und Andenken wie Becher und T-Shirts mit Aufdrucken des weißen Kopftuches. So werden Gelder für die Organisation und deren Fortbestand generiert. Und das ist gut so. Die Welt braucht mutige Stimmen.
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